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Mitarbeiterführung |
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Die zehn Gebote der Mitarbeiterführung Alles Tun braucht ein Ziel - auch im
Unternehmen. Aber die meisten Mitarbeiter wissen nicht, welche Ziele ihr
Unternehmen verfolgt und wofür sie sich einsetzen. Deshalb müssen klare
und umsetzbare Ziele her. Die Zielformulierungen sollten gemeinsam
erarbeitet und so konkret wie möglich sein. Der amerikanische Psychologe
Joseph Katz bringt es auf den Punkt: "Wenn das Leben keine Vision hat,
nach der man strebt, gibt es auch kein Motiv, sich anzustrengen." Mitarbeiter dürfen nicht zur
Manövriermasse der Vorgesetzten werden. Meist ist der gesamte Sinn des
Unternehmens auf einen einzigen Aspekt reduziert - auf die
Gewinnmaximierung für die Geldgeber. Doch das Bedürfnis, ihrer Arbeit
einen übergeordneten Sinn zu geben, wird so nicht befriedigt. Bildet
sich eine zumindest partielle Sinngemeinschaft, werden auch in
schwierigen Zeiten unbequeme Entscheidungen akzeptiert. Und auch
notwendige Umstrukturierungen werden nicht blockiert. "Wer ein Warum
hat, erträgt fast jedes Wie", wusste bereits Friedrich Nietzsche. Willkür, Scheingerechtigkeit,
Vetternwirtschaft, nicht nachvollziehbare Beförderungen oder Schikanen
wirken sich demoralisierend auf die Mitarbeiter und verheerend auf das
Arbeitsklima aus. Das "Prinzip Unverbindlichkeit" öffnet dem Zufall Tor
und Tür. Denn ohne klare und eindeutige Regeln kann es keine
Verbindlichkeit geben. Daher sind gemeinsam fixierte Regeln und Normen
wichtig. Sie zeigen, wie der Umgang miteinander, mit Kunden, Lieferanten
und dem gesellschaftlichen Umfeld sein soll. Immer mehr Mitarbeiter fühlen sich
auf die Funktion einer Kostenstelle reduziert. In Zeiten permanenten
Wandels können Betriebe ihren Mitarbeiter Halt und Orientierung - und
damit eine Heimat bieten. Die Konditionierungsmethode "Hier
Belohnung, dort verstärkter Einsatz für die Firma" ist nachweislich
erfolglos. Dennoch basieren die meisten Incentives und
Motivationsprogramme auf diesem Prinzip. Erfolgreicher ist es,
Mitarbeiter in ihren Bedürfnissen und Anliegen ernst zu nehmen. Wer von
seinen Mitarbeitern verlangt, dass sie an der Werkspforte ihre
Persönlichkeit, ihre Werte und Einstellungen ablegen wie einen Mantel,
kann nicht ernsthaft Engagement und Einsatzwillen erwarten. Mit Tricks, Fassaden und
manipulativen Sozialkitsch-Phrasen lässt sich kein Mitarbeiter dauerhaft
motivieren. Im Gegenteil: ist die Absicht durchschaut, ist der Frust
größer denn je. Glaubwürdigkeit und Authentizität der Führungskräfte
spielen deshalb eine wichtige Rolle. Die Führungskräfte müssen sich
darüber klar werden, dass ihre Erscheinung und ihr Handeln
Vorbildcharakter hat - auch wenn das manchmal unbequem ist. Kaum ein Betrieb pflegt eine gute
Informationspolitik. Oft sind Mitarbeiter nicht einmal über Dinge
informiert, die ihren Arbeitsbereich unmittelbar betreffen. Je offener,
respektvoller und vertrauenswürdiger das Interaktionsverhalten der
Vorgesetzten ist, desto positiver fällt aber die Resonanz durch die
Mitarbeiter aus. Denn der Informations- und Kommunikationsstil
verdeutlicht den Arbeitnehmern, dass ihre Führungskräfte in ihnen
Partner und nicht nur Weisungsgebundene sehen. Die Strukturen in den Unternehmen
haben sich längst verändert. Teamarbeit und autonome Arbeitsgruppen
prägen das Bild. Damit tritt die "Selbst-Regelung" der Arbeitnehmer an
die Stelle der "Fremd-Steuerung". Daraus ergibt sich die Notwendigkeit
der Erweiterung von individuellen Handlungs- und
Entscheidungsspielräumen. Kontrolle ist durchaus sinnvoll. Wird sie
übertrieben, ist sie Ausdruck von Misstrauen. Die Folgen sind bekannt. Finanzielle Anreize sind wichtige
Motivatoren, vor allem, wenn die wirtschaftliche Situation dazu zwingt,
den Gürtel enger zu schnallen. Wichtig ist, dass die Mitarbeiter
untereinander das Gefühl haben, gerecht und ihren jeweiligen Leistungen
entsprechend bezahlt zu werden. Außerdem: Wer ständig fordert, dass
Mitarbeiter unternehmerisch denken und handeln sollen, muss erst die
Basisvoraussetzung dafür schaffen - indem die Mitarbeiter sich auch als
Unternehmer fühlen können, mit allen Vor- und Nachteilen. Und das
gelingt am Besten, wenn die Mitarbeiter finanziell am Unternehmen
beteiligt sind. Der Ruf nach Sozialkompetenz der Führungskräfte wird zunehmend lauter. Sozialkompetent zu führen bedeutet, einfühlsam zu agieren und die Mitarbeiter ernst zu nehmen. Sozialkompetente Führung hat aber auch zum Inhalt, bei den Mitarbeitern Verständnis dafür zu wecken, dass interaktive, direkte und kooperative Führung nicht immer möglich ist - zum Beispiel, wenn die betrieblichen Belange die Aufmerksamkeit der Führungskräfte anderweitig erfordert. Die Fähigkeit zum sozialkompetenten Führen ermöglicht es, bei den Mitarbeitern einen Gemeinsinn zu wecken, der auch Stress- und Krisensituationen übersteht. |
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